Hans Jörg Villiger sprach am tfz über Selbstorganisation im digitalen Zeitalter

Hans Jörg beim Technologie Forum Zug

06. März 2026 Anlässlich des Business Breakfasts im Technologie Forum Zug (tfz) sprach Hans Jörg Villiger darüber, wo selbstorganisierte Teams gut funktionieren, wo Herausforderungen auftreten und wie digitale Werkzeuge Eigenverantwortung und Selbstorganisation im Arbeitsalltag unterstützen können.

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Digitale Werkzeuge, Daten und automatisierte Prozesse verändern nicht nur Technologien – sondern auch wie Teams arbeiten, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Die beiden Redner Hans Jörg Villiger und Dr. Alexander Götmann referierten am tfz darüber, wie Eigenverantwortung in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt funktioniert. Hier die gesammelten Schlüssel-Erkenntnisse aus der praxisnahen Präsentation von Hans Jörg Villiger.

Was bedeutet Selbstorganisation?

Selbstorganisation bedeutet nicht, dass Führung verschwindet oder Teams «einfach machen, was sie wollen». Im Gegenteil. Selbstorganisation bedeutet Führung, die Verantwortung verteilt. Ein selbstorganisiertes Team erkennt man daran, dass es:

  • seine Arbeit selbst plant
  • Aufgaben eigenständig verteilt
  • Probleme gemeinsam löst
  • Transparenz über Ziele, Fortschritt und Herausforderungen hat
  • Entscheidungen dort trifft, wo die grösste Kompetenz liegt

Die Führung verschwindet dabei nicht, sie verändert ihre Rolle. Sie definiert weiterhin: Ziele, Rahmenbedingungen und Prioritäten. Das Team entscheidet dann, wie diese Ziele erreicht werden.

 

Wo selbstorganisierte Teams besonders gut funktionieren

Selbstorganisation entfaltet ihr Potenzial vor allem dort, wo Arbeit komplex, wissensintensiv und dynamisch ist. In einem solchen Umfeld können Entscheidungen nicht vollständig von oben vorgegeben werden, weil Wissen auf viele Spezialisten verteilt ist und sich Anforderungen laufend verändern. 

Typische Erfolgsfelder sind: 

  • Software- und IT-Entwicklung
  • Forschung und Innovation
  • Projektorganisationen
  • Wissensarbeit allgemein

Voraussetzungen

Selbstorganisation entsteht nicht automatisch. Damit sie funktioniert, braucht es bestimmte Rahmenbedingungen. Zu den Wichtigsten gehören:

Klare Ziele und Orientierung
Selbstorganisation bedeutet nicht, dass jeder alles macht. Teams brauchen klare Unternehmens- und Teamziele sowie transparente Prioritäten.

Klare Rollen und Entscheidungsregeln
Auch ohne klassische Hierarchie müssen Rollen klar definiert sein.
Sonst entstehen Entscheidungsblockaden, Konflikte oder ineffiziente Meetings.

Vertrauen statt Kontrolle
Selbstorganisation funktioniert nur, wenn Führungspersonen Verantwortung wirklich delegieren und Entscheidungen des Teams akzeptieren.

Hohe Selbstführung der Mitarbeitenden
Selbstorganisierte Teams benötigen andere Fähigkeiten als klassische Organisationen. Dazu gehören: Selbstdisziplin, Eigeninitiative, Priorisierungsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und gute Selbsteinschätzung.

Transparenz von Informationen
Damit Teams selbst entscheiden können, benötigen sie Zugang zu relevanten Informationen (beispielsweise Projektstatus, Kundenfeedback, Prioritäten, wirtschaftliche Kennzahlen).

Gute Kommunikationskultur und psychologische Sicherheit
Teams müssen offen miteinander sprechen können – auch über Fehler oder Probleme. Wenn Angst herrscht, wird Verantwortung automatisch wieder nach oben delegiert.
 

Herausforderungen

Der Wandel zu mehr Selbstorganisation ist anspruchsvoll. Der grösste Stolperstein ist dabei selten die Methode, sondern die Unternehmenskultur. Weitere Herausforderungen sind:

  • Unklare Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Hohe Anforderungen an Mitarbeitende
  • Langsamere Entscheidungsprozesse
  • Ein schwieriger Kulturwandel
  • Fehlende Fehlerkultur
  • Überforderung oder Burnout-Risiken
  • Transformationen, die zu schnell umgesetzt werden

Digitale Werkzeuge

Digitale Werkzeuge können Teams dabei helfen, transparenter und effizienter zusammenzuarbeiten.

Kommunikation
Tools wie Microsoft Teams, Slack oder Zoom ermöglichen schnelle Abstimmungen und erleichtern die Zusammenarbeit in geografisch verteilten Teams.

Aufgaben- und Projektmanagement
Tools wie Asana, Jira, Monday oder Smino schaffen Transparenz über Aufgaben, Prioritäten und Fortschritt im Projekt.

Wissensmanagement
Plattformen wie Notion, Confluence oder OneNote helfen Teams dabei, Wissen zu dokumentieren und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Bei Bitfee setzen wir beispielsweise auf strukturierte Dokumentation und Wissensplattformen, um Informationen für unsere Teams zugänglich zu machen.

Automatisierung und Integration
Automatisierungsplattformen wie Microsoft Power Automate helfen dabei, Prozesse effizienter zu gestalten und administrative Aufgaben zu reduzieren.
 

Fazit: Selbstorganisation ist eine Kultur

Selbstorganisation ist kein Zustand, den man einmal einführt und dann abhakt.
Sie ist eine kontinuierliche kulturelle Entwicklung. Führung verschwindet dabei nicht – sie verändert sich. Statt alles zu steuern, schafft sie Orientierung, Vertrauen und Rahmenbedingungen. Oder anders gesagt: Freiheit funktioniert nur dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. 

Du möchtest in einem Unternehmen arbeiten, in dem Selbstorganisation nicht nur ein Buzzword ist, sondern Teil der Kultur? Dann schau dir unsere offenen Stellen an.

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